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Noch einmal WDR 2

9. Mai 2017

Wie der ein oder andere weiß, sendet WDR 2 jeden Dienstag im Rahmen der Reihe “WDR 2 Kabarett” bzw “U-Punkt” – wie es früher hieß – eine Glosse von mir. Seit dreieinhalb Jahren darf ich mich dort austoben. Dafür bin ich sehr dankbar, kann ich doch machen, was ich will. Denn eine Zensur findet nicht statt (außer bei Schimpfworten). Nach knapp 200 Glossen kann ich sagen: Der schärfste Zensor ist der Hörer. Manchmal erreichen mich nämlich empörte und entrüstete Hörerrreaktionen. Die decken die ganze Palette der Eingeschnapptheit ab, von der leichten Magenverstimmung über die persönliche Beleidigung bis hin zur lauten Foderung nach Strafverfolgung, Ausbürgerung und lebenslanger Einzelhaft bei Knäckebrot ohne Margarine. Manchmal bekomme ich aber auch Lob. Meistens aber bleiben Reaktionen aus. Dann weiß ich, dass die Glosse zu nett war. Kürzlich hat mich ein Hörer allerdings überrascht. Hiermit:

 

“Guten Morgen, Ich habe mich gestern kritisch zu Nils Heinrichs Podcast “Krasser werden…” geäußert. Leider hatte ich da wohl nur mit halbem Ohr zugehört und das ganze ziemlich in den falschen Hals bekommen. Heute habe ich mir den ganzen Podcast noch mal in Ruhe und vollständig angehört – und ich will mich entschuldigen für meine unsachliche Kritik. Das was Herr Heinrich sagt kann ich heute auch witzig finden. Ein gelungener Beitrag zum Wahlkampf und ein Anreiz, nicht immer alles auf die Goldwaage zu legen und auch mal etwas mit Abstand auf die Wahlkämpfer zu blicken. Danke! Viele Grüße, Jochen K.”

 

Am 16. Mai werde ich zum letzten Mal die Glosse am Dienstag bestreiten. Danach übergebe ich den Staffelstab ein eine aus dem Fernsehen bekannte prominente Nachfolgerin. Ich danke jetzt schon fürs Zuhören.