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Bald schon ist Urlaubszeit

12. Juni 2017

Es ist Montag. Dies nur zur Info an jene, die diese  Zeilen am Mittwoch lesen. Zur Abwechslung hat heute mal nicht der Spiegel Hitler auf dem Titel, sondern die BILD. Nazis tummeln sich am Ballermann, schlagzeilt das Massenblatt. Wer es nicht weiß: der Ballermann ist ein Beklopptengehege mit Beklopptenmusik und Beklopptengehabe und bekloppten Straßennamen auf der Insel Mallorca, weit vor den Toren der Hauptstadt Palma. Der Ballermann zieht laute und lästige Menschenmassen an wie Gammelfleisch die Billiggourmets. Vor einigen Jahren habe ich drei Monate auf „Malorza“ gelebt und gearbeitet, und mich in dieser Zeit nicht einmal an den Ballermann verirrt. Weil da nun mal meiner Meinung nach besonders viele laute unangenehme Betrunkene herumtollen. Und nun also auch ganz wertvolle Herrenmenschen. Die ihr Tausendjährigsein offen und ungestört mit Herrentittentattoos feiern. Und dabei braun werden. Und sie tragen T-Shirts, auf dem das einschlägige indische Sonnenwendesymbol prankt. Ein Label, dessen Ursprung so Urdeutsch ist wie Spargel, Tomate und Sushi. Nazialarm auf einer spanischen Insel. Schon komisch. Da wird jahrelang gefordert „Nazis raus“ – und kaum sind sie draußen, ist es auch wieder nicht richtig. Verdammt verrückt, diese Welt. Während im Land der Bundestagswahlkampf tobt – kleiner Witz – und sich alle wie doll auf vier weitere Jahre Merkel freuen – noch ein kleiner Witz – trotzdem es so viele Alternativen gibt – schon wieder ein Witz – ziehe ich kurz Bilanz. Die Frau gegenüber im ICE heißt Bea. Das weiß ich, weil sie gerade den Hotspot ihres iPhones aktiviert hat, dessen Name mein Laptop mir verriet. Mit dem ich ins Netz ging, um nur mal aus Interesse die Preise für Eigentumswohnungen in Bünde zu checken. Die überraschend hoch sind, trotzdem ich mich beim Gang durch die Bünder Innenstadt ziemlich erschreckt habe. Das sage ich, trotzdem ich neulich in Gera und Plauen war. Inmitten von Bünde: Leerstand, Leerstand, Leerstand. Nebenan in Porta Westfalica sieht es nicht besser aus, zumindest bezogen auf zwei dortige Hotels (ein schönes Foto hab ich beigefügt). „Für Depressionen gibt es Gründe. Und Bünde.“ Ein Spruch, mit dem ich mir auf der Bühne in Bünde viele Freunde gemacht habe. Mal sehen, ob einer von denen bei meinem Sologastspiel am 6. Oktober wiederkommt. Vielleicht hat man mir meine kleine Nettigkeit bis dahin aber verziehen. Nun ist es so:

Auch der Humorfacharbeiter braucht mal Urlaub. Im Juli und August nehme ich mir Zeit, die anstehende Mückenplage voll auszukosten. Bei Müßiggang und Bespaßung der selbstgemachten Kinder wird der ein oder andere Gedankenhonig geimkert. Daraus backe ich dann schöne neue Inhalte für das im Jahr 2018  kommende Bühnenprogramm. Ab Herbst 2017 kann man in den letzten Aufführungen des preisgekrönten Programms „Mach doch’n Foto davon“ sicherlich in neue Nummern reinhören. Wer ganz genau aufpasst, bekommt den schleichenden Übergang vom alten Programm ins neue Programm präzise mit und kann ihn nachsprechen. Kann sein, dass ich am 13. August beim Open Flair (Yeah!) in Eschwege auch schon neue Highlights austeste. Und im November bereits bin ich auch mal wieder im Fernsehen: Die Anstalt und Kanzleramt Pforte D haben angefragt. Mich! Vermutlich, weil Torsten Sträter gerade mal keine Zeit hat. Und nun lasse ich den ICE-Piloten (Gott) einen guten Mann sein, recke und strecke mich und döse den Pre-Sommerpausegigs in Berlin, Esslingen und Düsseldorf entgegen.

Tschö mit Öh!