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Dumb da Shit!

21. Februar 2017

Da mich keiner drum gebeten hat, gebe ich nun auch eine Ferndiagnose zu Donald Trump ab. Nein, eigentlich eher zu denen, die ihn gewählt haben und auch nach all seinen komplett hirnrissigen Alltagsaktionen immer noch supi finden. Also. Endlich hat ein Volk, das größtenteils aus wirklich sehr sehr einfach denkenden Menschen besteht, einen ebenbürtigen sehr sehr einfach denkenden Menschen als Präsidenten. Die meisten Amerikaner wissen ja zunächst mal gar nicht, dass es außer ihrem Land noch irgendwas anderes gibt. Sie kennen ja nicht einmal ihr eigenes. Die wenigsten von ihnen dürften jemals in New York gewesen sein. Aber warum auch, die USA sind so groß, dass schon ein Ausflug in die Nachbarstadt genug Aufregung für ein ganzes Menschenleben bietet. Wenn man nicht viel erwartet. Und viele erwarten nicht viel. Das hat ihnen die landeseigene Spielart des aktuell gültigen Gesellschaftssystems gründlich ausgetrieben. Für viele US-Amerikaner ist ein Besuch in Las Vegas das einzige, was sie im Leben wollen. Eine unübersehbar große Gruppe von ihnen trägt immer noch Frisuren aus den Achtzigern spazieren. Und ihnen allen war Schweden, dieses obskure Land in den Alpen, wo die Kängurus leben, noch nie geheuer. Sie sehen rund um die Uhr Fernsehen. Also die meisten. Stupide Sitcoms und dumme Talkshows. Unterbrochen von Werbung, größtenteils für Essen. Für Fastfoodketten, Gefrierkost, Diätgetränke und Fettfreie Snacks. Sie haben rund um die Uhr Angst davor, ihren Job zu verlieren. Wenn sie was unternehmen wollen, fahren sie mit ihren fetten Autos auf einen Schießplatz und verfeuern Munition. Und wenn man ihnen sagt, woher man kommt (Europa), fragen sie, wie man dort nur überleben kann. Es kann schon vorkommen, dass dort erwachsene Menschen, die durchaus ein Gehalt für eine geregelte Arbeit bekommen, einen ganzen Mund voller verfaulter Zähne mit sich herumtragen. Weil sie sich keinen Zahnarzt leisten können. Ein egoistisches Land voll mit egoistischen Menschen, die voll auf Schmerzmittel sind. Oder gleich auf Heroin. Der durchschnittliche weiße US-Amerikaner stirbt sehr wahrscheinlicher an einer Überdosis viel zu billigen Heroins als an einem islamistischen Anschlag. Selbst Schusswaffen bringen nicht so viele Leute um wie das flüssige Glück aus der Kanüle. Jeden Tag machen mehr als einhundert Menschen in den USA nach einem goldenen Schuss den Abgang. Dieses Land ist so am Ende, dass selbst ein stockbesoffener Bugs Bunny Präsident werden könnte. Nun ja, eine Art Bugs Bunny ist ja jetzt auch Präsident. Kein Trost, sondern eher eine Bestätigung, in was für einen kollektiven Zustand das Humankapital abgerutscht ist, welches dieses riesige Land mit den lose runterhängenden Stromleitungen, den Puppenstubenlichtschaltern und den rumliegenden Reifenteilen bevölkert. Sie glauben tatsächlich, der Chinese hätte ihre Jobs gestohlen. Dabei war es zuerst WalMart, der seine Zulieferer zwang, ihre zumeist überflüssigen Produkte noch billiger und noch billiger herzustellen. Da dies in den USA keiner machen konnte, hats der Chines übernommen. Der sich clevererweise in all den Jahren das weltweite Knowhow für Spitzenprodukte aller Art, einschließlich dort gedruckter Kleinkindbilderbücher, eingeheimst hat und nun in der Lage ist, die Welt damit zu versorgen. Herzlichen Glückwunsch, USA. Ihr habt nur allzu gerne weggegeben, was ihr mal konntet. Zurückkommen wird es nicht mehr. Spendiert euch noch einen schönen Druck und dämmert fein weg. Glaubt ruhig, dass euch eine Mauer retten wird. Und strenge Einreiseregeln. Die so streng sind, dass bald niemand mehr einreisen mag. Ich frage mich eigentlich nur noch, wie man es fertigbringt, trotz all dieser intelligenten Widrigkeiten großartige Filme, Serien und Comedy zu produzieren. Sollte dieses Land doch nicht so schlecht sein, wie einige (ich) behaupten? Hat es wirklich mehr zu bieten als Gott, Geld und Waffen? Will man die US-Amerikaner in die Knie zwingen, muss man ihnen eigentlich nur drei Dinge nehmen: Eiswürfel, Klimaanlagen und Erdnussbutter. Und schon sind sie komplett am Ende. Es ist fast schon zu einfach. Man liest je derzeit viel über den teuren Staatsunterhalt der kinderreichen und reisefreudigen Präsidentenfamilie. Auch diese Geldverschwendung lässt einen lächeln. Denn je mehr Geld für die Bewachung von Melania, Ivanka, Donald Jr. undwiesiealleheißen ausgegeben werden muss, umso weniger Geld steht der Aufrüstung zur Verfügung. Insofern ist Trump vielleicht doch das Beste, was der Welt außerhalb der US-amerikanischen Mauern passieren konnte.